Wir sind nicht alleine

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Ein Roman aus der Yerion-Welt

Klappentext

Shards of Fantasy ist ein MMORPG, das dank einer neuen Steuerungstechnik den Spieler ermöglicht seine Figur nur mit den Gedanken durch die sterbende Welt zu bewegen. So rutschen die Spieler immer mehr in ihren Charakter und beginnen sich gänzlich mit ihm zu identifizieren. Bei Shujo geht es sogar so weit, dass er glaubt, die Welt sei real. 
Als Azrael – der Gott der Welt – ihm im Traum erscheint, fängt er an, zu begreifen, dass die Verbindung sie alle bedroht. Aber niemand hört ihm – einem blutigen Anfänger – zu und so beginnt sein Kampf um die Welt und ihre Bewohner zu retten. 

Produktdetails

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  •  Einband  Taschenbuch 
  •  Altersempfehlung  14 - 99 Jahr(e) 
  •  Erscheinungsdatum  07.02.2018 
  •  Verlag  Epubli 
  •  Seitenzahl  232 
  •  Maße (L/B/H)  19/12,5/1,3 cm 
  •  Gewicht  277 g 
  •  Auflage  7. Auflage 
  •  Sprache  Deutsch 
  •  ISBN 978-3-7450-9446-6 

Leseprobe

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„Seriphon! Pass auf! Hinter dir!“ Die rote Robe flog unter der hastigen Bewegung, als schon die Luft zu knistern begann. Der Blitz wollte sich von den langen, zierlichen Fingern lösen, doch der Werwolf erschlaffte noch mitten im Sprung. Sein geiferndes Maul weit aufgerissen und bereit zu töten. Die grünen Augen waren einst voller Hass und erstarben nun langsam, als der leblose Körper hart auf den Boden aufschlug. 

 Ein kleiner Dolch steckte in seinem Rücken, doch der Elf achtete nicht länger darauf, sondern wandte sich schon wieder in eine andere Richtung. Die Luft um ihn herum war wie elektrisiert als dieses Mal der Blitz aus seiner Hand fuhr und mit einem lauten Knall in den Körper eines anderen Werwolfes einschlug.

 Wie ein schwarzer Schatten flog eine Gestalt an dem Zauberer vorbei, der schon einen Feuerball in die rasende Meute schleuderte, doch sie hielten nicht an. Das riesige Rudel von Werwölfen stürmte unaufhaltsam auf den Elfen zu. Sie sprangen über ihre regungslosen Kameraden und alles an ihnen schrie nach Blut.

 „Wir hätten doch mehr mitnehmen sollen, Seriphon.“ Der lange schwarze Mantel tanzte unter den gezielten Attacken des Assassinen. „Wir schaffen das, Shino. Niemals werden wir auf andere angewiesen seien. Diese Meute aus wilden Tieren ist doch ein Kinderspiel.“

 Seriphon ignorierte die skeptischen roten Augen seines Begleiters, der sich mit seinen Dolchen und Kurzschwerter einen Weg durch die Werwölfe schlug. „Wenn du mal vernünftig auf deinen Rücken achten würdest, vielleicht.“ Erneut war dort ein schäumendes Maul, das nur wenige Zentimeter vor dem Nacken des Elfen erschlaffte. „Wenn sie wenigstens schmecken würden.“ Angewidert wischte sich Shino über seine Lippen und warf den reglosen Leib weg, doch er bekam nur ein Lächeln von dem Elfen.

 Ein Feuerball raste an seinem Gesicht vorbei und ließ das Jaulen des Werwolfes erklingen. „Wir sind hier um diese Bastarde auszurotten. Azrael hat sie schon viel zu lange geduldet, doch jetzt ist Schluss. Wir werden ihre Zahl radikal reduzieren. Koste es, was es.“ 

 Der Elf musste stoppen, als plötzlich ein gleißender Schmerz durch sein Schulterblatt raste und seinen Arm nutzlos herab baumeln ließ. Seine Finger tasteten nach hinten und spürten ein dünnes Stück Holz. Warmes Blut klebte an seinen Fingerspitzen und er bekam nur am Rande mit, wie Shino an ihm vorbei stürmte. Seine Klingen leuchteten feucht unter dem vielen Blut, das über sie geflossen ist und es würde mehr werden. Noch so viel mehr.

 Seriphon biss die Zähne zusammen und brach den Schaft des Pfeils ab, bevor er sich mit einem lauten Schrei aufrichtete und eine Salve von Feuerbällen in die Meute schoss. Es war ihm egal, dass dort mittlerweile nicht mehr nur Werwölfe waren, sondern auch Zentauren. Sie sollten auch sterben, wenn sie diese räudige Meute unterstützten. Schließlich waren sie nicht mehr als ein Unfall gewesen, der außer Kontrolle geriet. Seriphon würde diesen Fehler nun teilweise korrigieren. Das war er dieser Welt schuldig und wenn Azrael es nicht tun wollte, dann mussten seine eigenen Leute es in die Hand nehmen.

 Mit einer kräftigen, wischenden Bewegung schleuderte er eine ganze Reihe von Werwölfen nach hinten. Sie fielen in den Pfeilhagel der Zentauren und schützten so ihn und seinen Begleiter, der immer noch wie ein tödlicher Schatten durch die Feindesreihen tanzte. Sein bleiches Gesicht war von Blut gespickt und seine Augen dem Wahnsinn verfallen, doch Seriphon war das nur Recht. Sie würden hier wüten und erst aufhören, wenn auch der letzte Feind reglos am Boden liegen würde.

 Im nächsten Moment raste eine riesige Ansammlung aus Eiszapfen zwischen die Meute und durchbrach Haut, Fleisch und Knochen. Das Jaulen der Verletzten und Sterbenden überschattete langsam das Kampfgeschrei. Seriphon bemerkte, wie immer mehr Werwölfe den Kampfeswillen verloren. Selbst die Zentauren schossen weniger Pfeile ab, als sich die Leichen ihrer Kameraden zu ihren Füßen stapelten, doch die zwei Kameraden hörten nicht auf zu wüten wie Rachegötter.

 Immer wieder flogen Zauber der Elemente durch den Raum und hielten die Werwölfe von dem Elfen fern, während der Vampir weiter durch die Reihen huschte und jegliches Leben nahm, das seine Klingen kreuzte. Langsam erstarben die Angriffe und der Kampfesschrei verstummte. Man hörte nur noch das Wimmern der Verletzten und das schwere Atmen der Angreifer, als das Gemetzel vorbei war.

 „Siehst du? Wir schaffen es auch alleine.“ Ein breites Grinsen lag auf den Lippen von Seriphon, doch Shino sah ihn nur skeptisch an. Er wollte gerade etwas sagen, als erneut Schmerz durch das Gesicht des Elfen raste. Eine metallene Spitze ragte aus seinem Bauch hervor und der Vampir bewegte sich ohne nachzudenken. Sofort stürmte er auf seinen Freund zu, doch er konnte ihn nur vor dem Sturz auf den Boden bewahren, als der Werwolf hinter ihm schon zusammen brach. Das weiße Fell war durchtränkt von Blut, doch in seinem Gesicht war ein zufriedenes Lächeln: „Zeit zu sterben, Elf. Das Spiel ist auch für dich vorbei. Für immer.“

 Shino zog seine Klinge, doch der Werwolf bewegte sich schon nicht mehr. Ohne nachzudenken packte er seinen Kameraden und rannte los. Weg von dem Schlachtfeld in die nächste Stadt, um das Leben des Elfen vielleicht doch noch zu retten. Er durfte nicht sterben. Nicht durch die Hand eines dreckigen Werwolfes. Niemals durch einen Werwolf…